Vollmond

Rituale zum vollen Mond werden in der Regel gefeiert, bevor der Mond ganz voll ist und wieder abnimmt. In dieser Zeit hat der Mond seine größte Kraft. Eigentlich müsste man “die Mondin” sagen, weil dieser Himmelskörper in vielen Kulturen mit weiblichen Energien assoziiert wird. (In vielen neuheidnischen Gruppen ist das auch tatsächlich die offizielle Sprachregelung.) Es gibt eine Vielzahl von Mondgöttinen, wie die griechische Artemis und selbst die christliche Maria wird oft auf eine Mondsichel sitzend dargestellt.

Die aufbauende, anziehende Energie des Mondes ist zu dieser Zeit am stärksten. Immer (weiblich) sanft, aber manchmal können wir trotzdem in dieser Nacht nicht so recht schlafen.  Angelegenheiten, die Energie und Aufmerksamkeit brauchen, können in dieser Zeit vorangebracht werden. Gerne werden dann Wunschzettel verbrannt. Man kann aber auch den Naturwesen Speisen und Getränke anbieten, wie das noch vor einem Jahrhundert in Skandinavien und im Alpenraum nicht unüblich war. Probier es einfach mal aus. Liebe und Fruchtbarkeit sind dann ebenfalls große Themen – aber bitte nicht manipulieren, das fällt nur auf einen selbst zurück!

Diese “kleinen” Feste im Jahreskreis werden zwar eher im kleinen Rahmen gefeiert, aber warum nicht mal ein gemeinsames Essen mit den Menschen, die man mag oder lange nicht gesehen hat? Oder ein Nachtspaziergang zu einer Lichtung oder einem Hügel mit einem Ritual des “Herabziehens des Vollmondes”? Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt…

Foto “full moon” von Ovi Gherman – Lizenz CC BY-NC-ND 2.0