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Isis – die Göttin des Karnevals

Die wenigsten Menschen wissen, woher eigentlich die Tradition unseres Karnevals kommt.  Inzwischen sind sich einige Forscher sicher: Sie ist wesentlich älter, als man vor einiger Zeit noch dachte. In der Stadt Köln wurde erstmals am 5. März 1341 das Wort “Fasteloved” erwähnt mit dem gleichzeitigen Verbot des “Mummenschanzes”…also vor ca. 700 Jahren!

Dabei geht der Karneval auf ca. 4000 Jahre zurück, nämlich in der Verehrung der ägyptischen Göttin Isis. Ihr Fest wurde am 5. März begangen und die Römer brachten sie vor ca. 2000 Jahren nach Köln an den Rhein, wobei es Prozessionen gab mit Narrenschiffen, Musik und Tanz.  Bei diesen feucht-fröhlichen Festen voller Erotik tanzten die Menschen früher um große Wagenschiffe, die man in der alten Heimat durch die Straßen zum Meer zog. Das lateinische Wort “carnavalis” bedeutet Wagenschiff – also kein Wunder, dass es hier einen Zusammenhang gibt zwischen dem Karneval und den Wagenschiffen, die heutzutage immer noch bei den Umzügen am Rhein und am Main durch die Straßen fahren! Isis galt u.a. als Göttin des Meeres, der Liebe, aber auch der Freude und entsprechend waren diese Wagenschiffe  ihr geweiht…

Die große Muttergöttin Isis wurde auch bei uns bis nach Christus leidenschaftlich verehrt,  so gab es früher Isis-Tempel in Maria Saal, Köln, Mainz und London. Der letzte Tempel in Ägypten auf der Insel Philae wurde ca. 500 n.Chr. geschlossen und nach und nach wurden ihre ehemaligen Kultstätten bei uns in Maria-Kirchen verwandelt. Dabei gilt unsere christliche Maria in der spirituellen Szene als Inkarnation der großen Göttin Isis – vieles spricht dafür, dass sie zumindest eine Priesterin aus dem Isis-Kult war, ebenso Maria Magdalena. So ist es nicht verwunderlich, dass Isis unter neuem Namen, nämlich Maria, wieder ihren Thron als Muttergöttin einnimmt!

Es gibt eine Isis-Ikonograpfie, “Isis mit dem Horusknaben”, das an spätere Darstellungen von “Maria mit dem Jesuskind” erinnert. Auch sogenannte “Schwarze Madonnen” (z.B. im südfranzösischen Saintes Maries de la Mer), regen zum Nachdenken an, ob das Schwarz ein Hinweis auf Isis sein könnte. Und wie bei Maria, baten die ägyptischen Mütter um ihren Segen für ihre Kinder! Das bedeutet, dass unser Marienkult wahrscheinlich seinen Ursprung aus dem Isis-Glauben hat.

In der heutigen Zeit wird Isis im spirituellen Umfeld verehrt als Magierin (Hohepriesterin, u.a. auch Tarot-Karte), Fruchtbarkeitsgöttin und als Göttin der Toten und als Mondgöttin mit der Mondsichel (auch Maria wird manchmal auf der Mondsichel dargestellt). Es gibt immer noch sehr viele Geheimnisse um die Riten des Isis-Kultes, einiges hat sich bei den Freimaurer-Logen fortgesetzt. Und damit die Frage, ob wir jemals den “Schleier der Isis” lüften werden…so wie es damals Helen Blavatski (Begründerin der theosophischen Gesellschaft) in ihrem Werk “Die entschleierte Isis” behauptet hat:  dass sie nämlich Zugang zu streng gehüteten Tempel-Geheimnissen durch einen koptischen Magier bekam!

Zum Abschluss sei eine rätselhafte Inschrift auf dem Sockel des Standbilds der Isis im Tempel von Sais erwähnt, die ein deutscher Ägyptologe übersetzt hat:

“ICH BIN ALLES, WAS NOCH NICHT GEWORDEN IST UND IST UND SEIN WIRD, UND MEIN GEWAND HAT NOCH KEIN STERBLICHER ABGESTREIFT”.

Die Suche nach der Matrix des Universums bleibt spannend!

Bild von  Ian Gampon – Lizenz CC BY 2.0