Samhain - Nacht der Geister

Samhain (Halloween)

Samhain bedeutet “Ende des Sommers” und ist das irische Wort für November. Eine keltische Legende besagt, dass alles Getreide bis zu diesem Tag eingebracht werden muss, denn alles was dann noch auf den Feldern steht gehört Cailleach, der Kornhexe. Sie auch wurde durch das letzte Bündel Getreide verkörpert, das man rituell schnitt. Dieses Bündel wurde sorgfältig bis zur nächsten Aussaat aufbewahrt und sollte das Haus segnen.

In Mexiko feiert man am 2. November den Tag der Toten. Dabei sitzt man nachts an den Gräbern der Verstorbenen und opfert ihnen Brot. Gefeiert wird ebenfalls und in den Straßen und Häuser sind nachgemachte Skelette und Totenschädel allgegenwärtig.

In Wales ist es die Zeit, in der die wilde Jagd die Anderswelt verlässt und durch unsere Welt braust um die Seelen derer in die geistige Welt  mitzunehmen, die seit dem letzten Jahr gestorben sind. Auch die germanischen Toten wurden zur selben Zeit von den Walküren nach Asgard gebracht.

Im Asatru, dem neuheidnischen Germanentum, besucht man die Gräber der Toten und opfert ihnen Bier (typisch!) oder Nüsse. Man lässt über Nacht Kerzen auf den Gräbern brennen, damit die Toten noch einmal ihren Weg zurück auf die Erde finden können. Auch den drei Nornen wird in dieser Nacht geopfert.

In manchen Gegenden Deutschlands gilt der 31. Oktober als erste Raunacht des Jahres. In den folgenden Monaten folgen noch weitere Rauhnächte. Die wichtigsten sind die Tage um Weihnachten, Neujahr und der 6. Januar. In diesen Nächten wurden Schutzräucherungen vorgenommen und mit Oraklen die Zukunft erforscht. Auf die Kleinkinder musste man besonders aufpassen, sonst konnte es passieren, dass sie vom stillen Volk, den Dunkelelfen, aus den Wiegen gestohlen und durch ein Wechselbalg ersetzt wurden.

Auch den Wesen von der anderen Seite fällt es heute leichter als sonst in unsere Welt vorzudringen. Wenn man also übersinnliche Erlebnisse mit dem Jenseits hat, dann am ehesten heute. Manchmal herrscht an diesem Abend eine seltsam unwirkliche Atmosphäre, die scheinbar fast mit den Händen zu greifen ist.

Für Schamanen, Druiden, Magier und alle Pfadarbeiter ist dies der machtvollste Tag, um die Grenzen zur Anderswelt zu überschreiten und Kontakt zu Verstorbenen, Ahnen und dunklen Göttern aufzunehmen. Die Barriere zwischen den Welten ist heute dünn. Der Tag ist geeignet für alle “inneren” Arbeiten. Samhain ist der Tod der Zeit und man kann einen Blick auf die Ewigkeit erhaschen. Wie schon oben erwähnt, ist es ein guter Tag um mit Oraklen zu arbeiten. Leg die Karten auf das nächste Jahr oder die nächsten Monate, schau in dein Inneres, heute kannst du bis bis an die Wurzeln der Seele blicken.

Rituale für Samhain

(Wenn du den Halloween-Abend verpasst hast, kannst du diese Rituale auch den ganzen November hindurch durchführen. Such dir einfach einen ruhigen Abend aus, der sich für dich passend anfühlt.)

Such dir einen Stein aus und dekoriere ihn mit Fotos oder Gegenständen deiner Verstorben. Wenn du nichts Passendes hast, schreibe Zettel. Lege etwas dazu, was die Ernte dieses Jahres repräsentiert, wie Obst oder Gemüse. Stell Kerzen auf und gedenke der Toten, besonders denen, die im letzten Jahr gestorben sind. Du kannst etwas Wein oder Bier opfern. Achte Auf Empfindungen und Bilder die dir in den Sinn kommen. Wenn möglich, lass die Kerzen über Nacht brennen. (Lass Kerzen nie unbeaufsichtigt im Haus oder anderswo, wo es gefährlich werden könnte, sonst kannst du gleich mit Wotan mitreiten, wenn du Pech hast!)

Geh in deinen Garten oder die Natur und nimm etwas vom Letzten, das wächst, mach daraus eine “Kornpuppe” und bewahre sie sorgfältig bis zum Frühjahr auf.

Sammle Dinge zusammen, die du loslassen willst. Das können echte Gegenstände, symbolische Sachen oder Zettelchen mit einer Beschreibung sein. Lösche alle Lichter aus, rufe eine/n Göttin/Gott an, der dir geeignet erscheint und bitte sie/ihn um Hilfe und Transformation. Zünde ein Feuer an, im Kamin oder draußen(!) in einem feuerfesten Gefäß und wirf die Sachen ins Feuer. Wärme dich dann an den Flammen und achte auf deine Gedanken und Empfindungen. Anschließend machst du die Lichter wieder an.

Geh an ein Gewässer, egal ob See, Fluss oder Meer und ehre die Geister, die dort wohnen. Du kannst ihnen opfern und sie bitte etwas wegzunehmen, das du nicht mehr haben willst.

Räuchere deine Wohnung oder dein Haus mit passendem, z.B. reinigendem Räucherwerk aus. Weihrauch oder Eisenkraut wären geeignet oder auch Salbei und die trockenen(!) Schalen von Knoblauch.

Bild “Halloween Ghost” von  Hexe78 – Lizenz CC BY-SA 4.0