Okzitanien – Tag 9 – Wahnsinn auf dem Bugarach

Heute ging es auf den Pech de Bugarach, dem mit 1230 m höchsten Berg der Corbières. Für viele Spirituelle ist er ein besonderer Kraftplatz. Er wird mit UFO-Sichtungen in Verbindung gebracht und wurde bekannt, als der angeblich einzig sichere Ort, als am 21.12.2012 die Welt untergehen sollte. Wir packen also wieder unser Werkzeug ein, werden es aber heute nicht brauchen.

Der Ort Bugarach ist heute ein kleines Nest mit alternativen Landwirten, ein paar von 2012 übriggebliebenen Hippies und den Alteingesessenen natürlich. Es gibt ein wenig Fremdenverkehr, aber wir fahren durch. Bis wir am Parkplatz im Nirgendwo aus dem Auto steigen, ist es schon später Nachmittag. Der Parkplatz ist überraschend voll.

Wir steigen als letzte hoch und haben beide noch nie so oft “Bon jour” gesagt, wie an diesem Nachmittag – bestimmt 40-50 Mal. Alle, die sich tagsüber auf dem Gipfel gedrängt haben, kommen uns nämlich entgegen. Der Aufstieg durch kleine Bäume und Sträucher ist endlos. Endlich kommen wir unterhalb des ersten Grates aus dem Wald.

Bugarach 1 1200

Der Ausblick ist der Hammer. In der Mitte das Dorf Bugarach.

Bugarach 2 1200

Weiter geht es an die Baumgrenze. Jetzt, wie auch schon weiter unten, oft über den nackten Fels. Der kleine Buckel links oben ist das Ziel.

Bugarach 3 1200

Noch kann Heike lachen.

Bugarach 4 1200

Endlich sind wir auf dem Gipfel. Die Bäume sind längst verschwunden. Wir sind allein.

Bugarach 5 1200

Hier die zwei Berge aus der Mitte der obigen Aufnahme. Links ist die Burg Queribus zu erkennen, wenn man’s weiß. Auf dem rechten Berg liegt die Peyrepertuse. Die Sicht ist Wahnsinn.

Bugarach 6 1200

Der Wind aber auch. Hier oben hat er locker 60-70 km/h. Man muss an den steilen, baumlosen Graten schon aufpassen, wo man hintritt. Nichts zum Festhalten, kein Baum oder Busch, der einen Sturz aufhalten könnte. Wir sind froh über unsere mittelschweren Bergschuhe und die winddichten Jacken. Pendeln oder Rutengehen ist bei diesem Wind unmöglich, aber so lange wir über der Baumgrenze sind, ist die Luft irgendwie anders – schwer zu sagen – reiner vielleicht oder energetisiert.

Bugarach 8 1200

Bis wir wieder unten sind, geht die Sonne unter.

Bugarach 9 1200

Wir haben raufwärts 2,5 Stunden gebraucht und runterwärts etwa 1,5. Flach war’s nie, dafür zum Teil aber sehr steil. Wir spüren unsere Knie, Beine und Rücken. Zur Belohnung muss Heike in Limoux eine Pizza essen. In der Brasserie waren wir vor sieben Jahren schon mal. Die (vegetarische!) Pizza ist immer noch gut. Jetzt sind wir kaputt. Mal sehen, wie es uns morgen geht.

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