Okzitanien – Tag 12 – Zum Meer

Dass wir gestern das Ausflugsboot verpasst haben, wurmt uns (und Hasi) heute so, dass wir noch mal zum Kanal fahren. Diesmal sind wir rechtzeitig dran und sind erstaunt über die Schlange am Landesteg. Das Boot wird fast voll. Wir bekommen noch einen guten Platz vorne im Bug. Dann geht’s los: Böötle fahren!

Dieses Boot hier steht zum Verkauf. Wir sind schwer am überlegen. Geld müsste man haben…

Bootsfahrt 1 1200

Den Hafen und das Ausflugsboot hab ich euch ja gestern schon präsentiert, deshalb gleich zur ersten Attraktion – einer Schleuse. Wir müssen für die Weiterfahrt vier Meter nach oben.

Bootsfahrt 2 1200

Mit unserem großen Boot sind noch zwei kleinere in der Schleusenkammer. Das ist wirklich eng, aber unser Kapitän ist ein Profi und er hat sein Boot im Griff. Die Schleuse wird gefüllt und das Wasser spritzt bis zu uns hoch. Eine willkommene Abkühlung in der prallen Sonne.

Bootsfahrt 4 1200

Die zwei Kleinen dürfen zuerst raus.

Bootsfahrt 5 1200

Wir passieren auch drei Brücken, diese hier ist die kleinste. Unser Boot hat gerade mal 30 cm Abstand links und rechts. Es fährt zwar nur acht Stundenkilometer schnell, aber mit dem schwerfälligen Ding würde ich nicht anecken wollen. Unser Kapitän bremst nicht mal ab. Wie gesagt offensichtlich ein alter Hase.

Bootsfahrt 6 1200

Hier kommen wir an die bekannteste Stelle des Kanalabschnitts. Einem kleinen Aquädukt. Eigentlich dient diese Stelle als Überlauf, um den Wasserstand des Kanals auch bei Hochwasser (z.B. im Frühling) konstant zu halten. Durch die Bögen kann das Wasser in den darunterliegenden Fluss abfließen, wenn nötig.

Bootsfahrt 7 1200

Dann müssen wir umkehren. Der Kapitän wendet das 17 Meter lange Schiff an einer breiten Stelle in drei Zügen wie ein Auto. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Auf der Rückfahrt kann ich noch eine absolute Kuriosität fotografieren: ein steinernes Boot. Diese Unglaublichkeit wurde im letzten Jahrhundert aus Beton gegossen. Es schwimmt tatsächlich. Wir können sehen, wie es sich im Wasser bewegt.

Bootsfahrt 10 1200

Wir müssen natürlich wieder durch die Schleuse, diesmal nach unten.

Bootsfahrt 8 1200

Die Tore gehen auf und wir fahren bis in den Hafen, wo schon die nächsten Fahrgäste warten. Die ganze Tour hat zwei Stunden gedauert.

Bootsfahrt 9 1200

Da wir schon so weit gefahren sind, machen wir einen Abstecher zur Abtei von Fontfroide, einer sehr großen, 1093 vermutlich von Bernhard von Clairveaux gegründeten Benediktiner-Abtei. (Bernhard war übrigens Kreuzugsprediger – Bäh!) Die Abtei ist sehr schön gelegen. Wir können sie aber leider nicht von innen besichtigen, da sich die Öffnungszeiten geändert haben. Schade.

Fontfroide 1200

Wir fahren weiter ans Meer nach La Gruissan, einem kleinen malerischen Ort mit einer Burg im Zentrum. Wir parken sehr zentral und gehen kurz Brot kaufen. Als wir nach einer Viertelstunde wieder zurück sind, stellen wir fest, dass wir nicht mehr aus der Straße rauskommen. Hinter uns ist eine Schranke runtergeklappt und vor uns stellen die Restaurants Tische auf die Straße. Wir müssen uns rausbitten. Gott sei Dank stellen die Leute die Tische, wenn auch zähneknirschend, zur Seite. Pardon! Man hätte das aber auch besser beschildern können…

Meer 1200

Zu guter Letzt sehen wir einen Zipfel Meer und beschließen gleich hier zu essen. Was könnte es im Land der Fleischesser anderes sein als vegetarische Pizza? Wir sind bei Ankunft die einzigen Gäste, bekommen das Lokal durch gute Energie und demonstratives Essen auf der Straße aber fast halb voll. Als es dunkel wird, kommen die Moskitos, aber der nette Wirt stellt uns einen Räucherkegel zur Abwehr auf den Tisch.

Wir kommen heute spät zu Hause an, trotz Autobahn. Und jetzt kann ich endlich auch etwas entspannen. Heike schläft schon halb.