Okzitanien – Tag 1 – Mirepoix

Hallo und willkommen bei uns in Hounoux! Das ist unser erster live-Blogging-Versuch von unterwegs. Schwierigkeiten blieben (natürlich) nicht aus, aber wir versuchen, alles in den Griff zu kriegen und euch unsere Erlebnisse zu berichten.

Los ging’s mit Verspätung. Wir sind erst um Mitternacht aus der Einfahrt gerollt. Die Fahrtdauer wurde vom Navi mit 11,5 Stunden berechnet, gebraucht haben wir gut 14. Wir mussten nämlich unterwegs feststellen, dass in Frankreich die Ferien zu Ende gehen und somit die Autobahnen mit Heimfahrern verstopft sind. Hätte man vorher wissen können, da wir aber Nachts gefahren sind, hat sich alles noch im Rahmen gehalten.

Wir sind durchgefahren, haben eine schöne Dämmerung auf einem Autobahn-Parkplatz erlebt und um etwa 9 Uhr eine kurze Frühstückspause gemacht. Es gab Croissant und Kaffee – Heike war schon glücklich.

.heike croissant

Am frühen Nachmittag waren wir endlich am Ziel. Rolf, unser Vermieter hatte uns schon früher erwartet, aber das tut er eigentlich jedes Jahr. Oliven, Baguette und Wein standen schon bereit und wir konnten uns erst mal etwas stärken und ausruhen. Dann mussten wir aber noch schnell nach Mirepoix fahren, dem nächsten größeren Örtchen, um einzukaufen. Hier der mittelalterliche Marktplatz, der schönste, den wir kennen.

mirepoix markt

Der Platz ist rundherum mit Fachwerkhäusern umgeben und es existiert noch eine gut erhaltene Markthalle aus dem 19. Jahrhundert (hier im Bild). Halle trifft es allerdings nicht ganz. Wie überall im Süden hat sie keine Wände. Das stört aber niemanden, denn erstens ist es meistens warm hier und zweitens sitzt der echte Südfranzose auch bei Minusgraden VOR dem Bistro im Freien.

Es gibt rund um den Platz schöne Häuser, aber dieses hier ist das schönste. Es hat mit Gesichtern verzierte Balken unter den Kolonnaden und im Erdgeschoß befindet sich ein wunderschönes, altes Café.

Mirepoix Kolonnaden

Für einen Besuch der Kirche sind wir zwar vom Licht her zu spät dran, aber eine Hochzeit ist gerade vorbei, die Wagenkolonne hupt sich durch die Straßen und wir können noch kurz in die breiteste gotische Kirche in ganz Frankreich. Die Kirche ist schon dunkel und die Stimmung seltsam. Wir bleiben nur kurz – ich für ein paar Fotos und Heike zündet bei Maria eine Kerze an.

Mirepoix Kirche 1

Mirepoix Kirche 2

Mit drei voll gepackten Tüten aus dem kleinen Supermarkt gleich bei der Altstadt und ein paar exotischen Heilsteinen aus dem örtlichen Fachgeschäft sind wir wieder heimgekommen. Wir haben türkische Nudeln mit Sojafleisch und veganem Zaziki gekocht und sind nun satt und müde. Morgen wird erst mal ausgeschlafen, falls der örtliche Flohmarkt mit Traktorausstellung, der direkt unter unserem Fenster stattfindet, das zulässt. Doch für heute wünschen wir euch erst mal eine gute Nacht, und uns auch.