Maria Lichtmess – Das keltische Jahreskreisfest Imbolc

Das keltische Jahreskreisfest Imbolc, das am 1. und 2. Februar gefeiert wurde, hat in der heutigen Zeit auch seine christliche Entsprechung in Maria Lichtmess. Es ist zwar heutzutage mehr ein Nebenfest, aber in ländlichen Gegenden wurde es früher als besonderer Tag gefeiert. Der 2. Februar war bis 1912 in Bayern ein offizieller Feiertag,  denn die Bauern haben am nächsten Tag ihre Arbeit nach der Winterpause wieder aufgenommen. Lichtmess war auch als “Schlenkeltag” bekannt, d.h. an dem Tag haben die Mägde und Knechte ihren Dienstherren gewechselt.

An Maria Lichtmess werden immer noch traditionell weiße Kerzen in der Kirche geweiht, um damit Schutz und Segen ins Haus zu bringen.

Viele wissen nicht, dass das ursprüngliche Fest nicht christlichen Ursprungs ist, sondern ein Fest zu Ehren der keltischen Göttin Brigid. In Irland, in Kildare, hatte sie ein Heiligtum mit einem heiligen Feuer. Die Göttin Brigid stand oder steht für Licht und Feuer. Sie war als Behüterin der Dichter und Sänger sowie der Heiler und Druiden bekannt. Als Göttin der Flüsse und Bäche sind ihr viele Quellen geweiht. Am 1. Februar erweckte sie die erstarrte Erde zu neuem Leben  und die Menschen nahmen das als Anlass sie zu ehren. Erst später übernahmen mal wieder christliche Mönche die Geschichte und machten aus ihr eine christliche Heilige, eine Äbtissin, die angeblich im 5. Jahrhundert in einem irischen Kloster gelebt haben soll und Wunder bewirkt hat – die heilige Brigida.

An einem St.-Brigida-Tag werden Wasser, Brot und Salz gesegnet, auch das Vieh bekommt von den gesegneten Gaben. Heute wird die heilige Brigida nur noch in einzelnen Regionen in Deutschland verehrt (z.B. in Holzem bei Effelsberg, in Keldenich -Reliquie ist dort ausgestellt- oder Blumenthal).

Imbolc bedeutet “Im Bauch”, neues Leben wächst heran und es war früher ein Fest der Herden und Fruchtbarkeit. Es wird in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar gefeiert und als Fest des Lichts weckt es die Freude auf den Frühling und das Erwachen. Es bringt uns wieder die Kraft der Hoffnung, denn die Dunkelheit ist schon fast überwunden und das Licht gewinnt an Kraft. Mit dieser Energie sollten wir wieder neue Kraft schöpfen, uns nicht durch negative Gedanken behindern, sondern neue Pläne für das kommende Jahr schmieden und seinen Träumen folgen!