Die Sioux von Standing Rock brauchen deine Unterstützung

Seit Monaten protestieren amerikanische Ureinwohner gegen eine geplante Öl-Pipeline, die durch ihr Land gebaut werden soll. 3,7 Milliarden Dollar soll die halbfertige “Dakota Access Pipeline” einmal  kosten und täglich etwa eine halbe Millionen Tonnen Fracking-Öl aus den Ölfeldern nahe der kanadischen Grenze zu den Raffinerien der Ostküste transportieren.

Für die Sioux führt die Pipeline durch das Land ihrer Urahnen. Ihre heiligen Begräbnisstätten und kulturell wichtige Orte würden entweiht werden. Darüber hinaus bedeutet die Pipeline für die mehr als 8.000 Menschen im Dakota-Reservat auch eine Gefahr für ihr als heilig angesehenes Wasser. Vom Missouri, den die Pipeline nur wenige hundert Meter von ihrem Land entfernt kreuzt, bekommen die Einwohner ihr Trinkwasser. Sie fischen im Fluss und nutzen das Wasser zur Bewässerung. Leider zeigen die Erfahrungen mit anderen Pipelines, dass man jederzeit mit Lecks und Unfällen rechnen muss. Über die ganzen Länge der Pipeline ist hier die Wasserversorgung von etwa 17 Millionen Menschen betroffen.

“Wenn die schwarze Schlange über das Land kommt, wird unsere Welt enden”, sagt eine alte Prophezeiung der Lakota-Stammesältesten. Und die schwarze Schlange – die Pipeline, die Mutter Erde zerstören wird, versuchen sie zu verhindern. Sie selbst betonen, sie kämpfen nicht gegen eine Pipeline sondern für das Heilige.

Die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner ist geprägt von Vertreibung, falschen Versprechungen und Unrecht, aber auch von Widerstand. Seit April gibt es im Reservat das Protestcamp Sacred Stone. Ende August lebten tausende von Menschen verschiedener Nationalitäten im Camp, viele blieben Wochen und Monate. Und wieder rückte gegen die “aufständischen Indianer” das Militär an, mit Wasserwerfern, Bulldozern, Hunden und Pfefferspray. Hunderte Protestierende und auch berichtende Journalisten wurden bei den friedlichen Protesten verletzt oder verhaftet. Anfang Dezember beteiligten sich 2500 Kriegsveteranen an den Protesten. Ihr Ziel war es, die angekündigte Räumung des Lagers friedlich zu verhindern. Viele von ihnen sagten anschließend, dies sei das erste Mal gewesen, dass sie wirklich das Gefühl hätten, dem amerikanischen Volk gedient zu haben. Traditionell verfeindete Stämme nutzten im Camp die Gelegenheit, das Kriegsbeil endgültig zu begraben. Eine Delegation der Crow traf ein, mit denen die Lakota seit Generationen zerstritten waren, um die Versöhnung zu besiegeln. Für viele war dies ein historischer Moment. Bis vor ein paar Tagen kampierten immer noch viele Menschen im Zeltlager. Die einsetzenden Winterstürme zwangen sie aber dazu, das Lager abzubrechen.

Inzwischen ist aus der Angelegenheit eine internationale Protestbewegung geworden und im letzten Moment haben die Demonstranten einen ersten Sieg errungen. Es wurde ein vorläufiger Baustopp erreicht. Jetzt läuft eine Petition um einen endgültigen Stopp und eine Umleitung der Pipeline zu erreichen. Die beteiligten Firmen scheren sich wenig um das alles und wollen die Pipeline wie geplant durch das Reservat bauen.

Wir möchten euch heute bitten, euch mit Standing Rock und seinen Menschen zu verbünden. Unterschreibt die Petition, spendet, wenn ihr wollt und könnt (Paypal wird akzeptiert), teilt die Facebookseite (tausende Facebooker haben Standing Rock als aktuellen Wohnort angegeben) und wenn ihr spirituell arbeitet, nutzt bitte euer Wissen und eure Gebete um diesen Menschen Kraft und Hilfe aus der anderen Welt zu senden. Wir werden’s auch tun.

Fotos von Joe Brusky hier und hier (CC BY-NC 2.0)

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